3 SCHÜLERDIALOGE – 250 ERSTWÄHLER – 14 KANDIDATEN – 5 THEMEN – 1 EUROPAWAHL

Soll Deutschland krisengeplagten Ländern finanziell helfen? Wie viele Flüchtlinge kann die EU aufnehmen? Ist die Entscheidung neue Staaten in die EU aufzunehmen eigentlich eine demokratische oder geografische? Und wie kann die Eurozone konkurrenzfähig bleiben gegenüber anderen Währungsräumen? Diese und weitere Fragen stellten sich junge Wähler auf den Schülerdialogen vor der Europawahl 2014 und diskutierten in München, Duisburg und Berlin mit ihren Kandidaten zur Wahl des Europäischen Parlaments aus der Region.

Die Fragestellungen wurden nach den Interessen der Schülern aus über 400 vierstündigen EU-Kompakt-Kursen an Schulen in Berlin und NRW im Rahmen des Projektes „Europa Verstehen“ formuliert. Bis zu fünf Themenbereiche konnten auf den Schülerdialogen behandelt werden:
Finanz- und Schuldenkrise, Sozialsysteme in der EU, Wirtschaft, Europa in der Welt, Erweiterung.

Die Schüler sollten damit die Möglichkeit erhalten, unterschiedliche Sichtweisen zu den Themenschwerpunkten der Parteien kennen zu lernen, um selbst Position beziehen zu können.
Auf dieser Grundlage versuchten die Kleingruppen im Anschluss eine gemeinsame Antwort und Position zu ihrer konkreten Fragestellung zu entwickeln. Die Positionen wurden am Ende im Plenum vorgestellt, debattiert und abgestimmt.

München – 31. März

Der Schülerdialog in München wurde zusammen mit der BMW Stiftung Herbert Quandt durchgeführt. 50 Erstwähler diskutierten mit Barbara Lochbihler von Bündnis90/Die Grünen, Heike Maas von der CSU, Nadja Hirsch von der FDP und Maria Noichl von der SPD. In der Schlussabstimmung stellten sich 63% gegen den Türkeibeitritt aber sprachen sich für gleiche Sozialleistungen für EU-Bürger in Deutschland aus. Eine große Mehrheit von 93% ist dafür, dass Deutschland anderen Ländern in einer Krisensituation finanziell hilft und 71% befürworten die Aufnahme von mehr Flüchtlingen in der EU.
Die Ergebnisse der Abstimmungen wurden im anschließenden Inseldialog mit Joschka Fischer, Bundesaußenminister a.D. und Stefan Kornelius von der Süddeutschen Zeitung eingebracht.

Graphic-Recording-BMW-Stiftung-Schülerdialog-31HP

Graphic Recording: Dr. Wolfgang Irber

Duisburg – 8. Mai

100 Erstwähler des Friedrich-Albert-Lange Berufskollegs und der Kaufmännischen Berufsschule Duisburg Mitte diskutierten am 8. Mai mit Peter Alberts vom Bündnis 90/Die Grünen, Dennis Radtke von der CDU, Beret Roots von der FDP, Fabio de Masi von DIE LINKE, sowie Jens Geier von der SPD. Zu Beginn der Veranstaltung führte Frau Dr. Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, in die fünf zu behandelnden Themenbereiche ein. In der Schlussabstimmung stellten sich mit 73% noch mehr Schüler als in München gegen den Türkeibeitritt. Auch würden 59% den EU-Bürgern, die nach Deutschland kommen, nicht die gleichen Sozialleistungen anbieten wie deutschen Bürgern. Auch eine Mehrheit von 60% ist dafür, dass Deutschland anderen Ländern in einer Krisensituation finanziell hilft und 54% befürworten die Aufnahme von mehr Flüchtlingen in der EU.

Berlin – 21. Mai

Am 21. Mai kamen zum Abschluss der Veranstaltungsreihe 100 Erstwähler im Roten Rathaus zusammen, um gemeinsam ihre Berliner Kandidaten zu befragen. Für den Regierenden Bürgermeister von Berlin eröffnete Staatssekretär und Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning.
Die Erstwähler diskutierten mit Michael Cramer vom Bündnis90/Die Grünen, Joachim Zeller von der CDU, Alexandra Thein von der FDP, Dr. Martin Schirdewan von den Linken, und Dr. Sylvia Yvonne Kaufmann von der SPD. Bei den Präsentationen der Schüler konnten die Kandidaten noch einmal die einzelnen Punkte kommentieren und erkennen, wie die Schüler die Parteien in ihren Diskussionen zuordneten.

In der Schlussabstimmung würden im Gegensatz zu den klaren Ergebnissen in München und Duisburg die Schüler in Berlin der Türkei den EU-Beitritt verweigern, allerdings nur mit einer knappen Mehrheit von 49% Nein-Stimmen zu 40% Ja-Stimmen und 11% Enthaltungen. Wie bereits in Duisburg würden auch die Berliner mit 48% den EU-Bürgern, die nach Deutschland kommen, nicht die gleichen Sozialleistungen anbieten wie deutschen Bürgern. Mit 75% schließen sich die Berliner Schüler dem Zuspruch der anderen Schülerdialoge an für eine finanzielle Hilfe für Krisenländer und mit 54% für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen in die EU.

Schülerdialog_GR komplett_HP

Graphic Recording / Halamoda, Kellner & Wiegner / studio animanova