Pavel Taussig berichtet zum ersten Mal vor Schülern über seine Erlebnisse während des Zweiten Weltkriegs

Pavel Taussig berichtet zum ersten Mal vor Schülern über seine Erlebnisse während des Zweiten Weltkriegs
  • Datum & Zeit
    14/11/2014, 11:30
  • Veranstaltungsort
    Marcel-Breuer-Schule
  • Zu Gast
    Pavel Taussig
  • Moderation
    Tristan Bauer
  • Kooperation
    Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

„Es waren keine Heldentaten, die wir vollbrachten, weshalb man, als alles vorbei war, nicht mehr darüber gesprochen hat“. Pavel Taussig, geboren im heutigen Bratislava, hatte lange Zeit nur im familiären Kreis über seine Erlebnisse während des Zweiten Weltkriegs berichtet.

Die Schüler der Marcel-Breuer-Schule nahmen umso interessierter an seinem ersten öffentlichen Gespräch teil. Erst im Alter von acht Jahren wurde Taussig eröffnet, dass er jüdischer Herkunft ist. Seine Eltern konvertierten rechtzeitig vor den Rassengesetzen der Nationalsozialisten zum protestantischen Glauben, weshalb die Familie als „Christen zweiter Klasse“, d.h. als Christen jüdischer Herkunft, lange der Deportation entgehen konnten. Taussig berichtete, wie sich die Rassengesetze nach und nach im Alltag bemerkbar machten. Schlussendlich konnte seine Familie trotz Flucht auf das Land der Deportation nach Auschwitz-Birkenau nicht entgehen. Taussig wurde früh von seinen Eltern getrennt, konnte aber den Aufenthalt in Auschwitz, mehrere Todesmärsche und andere Konzentrationslager bis zur Befreiung durch die Rote Armee überleben. Es gelang ihm im August 1945 wie durch ein Wunder, seine Eltern in Prag wiederzufinden.