Rückkehr zur Barbarei: Was sind Menschenrechte heute noch wert?

Rückkehr zur Barbarei: Was sind Menschenrechte heute noch wert?
  • Datum & Zeit
    14/03/2016, 18:00
  • Veranstaltungsort
    Konferenzraum der Schwarzkopf-Stiftung
  • Zu Gast
    Selmin Çalışkan, Generalsekretärin Amnesty International
  • Moderation
    Magnus Römer, Trainer EU-Kompakt-Kurs

Die titelgebende Leitfrage dieser Veranstaltung entwickelten Schüler*innen im Rahmen eines EU-Kompakt-Kurses. Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty International, bestätigte die schwierige Rolle der Menschenrechte. Aktuell könne man tatsächlich „kein allzu motivierendes Bild“ hinsichtlich der globalen Menschenrechtslage zeichnen – ein Umstand, der sie zur Verzweiflung bringe. Menschenrechte seien nicht nur Werte, sondern in Gesetzen formulierte Rechte. Deren Verletzungen seien häufig Fluchtursachen und zwingen Menschen ihre Heimat zu verlassen. Aus humanitären Gründen sei es die Pflicht der Zivilgesellschaft und besonders der Regierungen, für Menschenrechte einzustehen. Gerade die EU baue auf der Wertschätzung der Menschenrechte auf. In der Flüchtlingskrise habe sie hier bisher aber ein beschämendes Bild abgegeben. Çalışkan forderte daher die Entwicklung einer EU-Menschenrechtsstrategie, um bei Verstoß Sanktionen zu ermöglichen. Auf die Publikumsfrage nach einer Hierarchie der Menschenrechte machte Çalışkan in der Diskussion mit rund 100 Schüler*innen deutlich: “Es gibt keine Rangfolge der Menschenrechte: Jedes Recht ist gleichwertig.“