Die Preisträger*innen des Margot-Friedländer-Preises 2018 blicken zurück auf die Seminartage in Berlin

„[…] Niemand von uns hat je vor so vielen Menschen gestanden und Beifall für seine/ihre Arbeit bekommen. […] Die Reise wird uns allen wohl noch eine lange Zeit, wenn nicht sogar für immer positiv in Erinnerung bleiben.“

– ‚Eindrücke zur Seminarfahrt nach Berlin‘ der Schüler*innen der Oberschule „An Der Mulde“ in Rochlitz, Sachsen

 

Vom 4. bis zum 7. März fand das 3 ½ tägige Seminar für die drei Preisträger*innen des diesjährigen Margot-Friedländer-Preises in Berlin statt. Ziel dieser Tage war es das komplexe Thema der Erinnerungskultur den Schüler*innen näherzubringen.

Der erste Tag startete für die Schüler*innen der Joseph-Carlebach-Schule aus Hamburg, der Nibelungen-Realschule Braunschweig und der Oberschule „An der Mulde“ aus Rochlitz nach ersten Kennenlernen mit dem Social Media Workshop „Wie kann man Sichtbarkeit erreichen?“ moderiert von der freien Journalistin und ehemaligen Mitarbeiterin der Schwarzkopf-Stiftung, Anna Saraste.

Am zweiten Tag sprachen die Preisträger*innen im Rahmen eines Wolrd Cafès mit Teilnehmer*innen aus den Bereichen der Erinnerungslandschaft, des Journalismus und des Projektmanagements, darunter David Kauschke, Redakteur der jüdischen Allgemeinen, Johann Henningsen und Lisa Marie Seifert , Botschafter*innen des Anne Frank Zentrums,  , Anna Saraste, freie Journalistin und Kerstin Eckart, Mitarbeiterin der Schwarzkopf-Stiftung.

Einen erweiterten historischen Kontext erhielten die Schüler*innen während der Führung durch die Ausstellung im Haus der Wannsee Konferenz. Anschließend standen Anna Sophia Ebeling und Samuel Kantorovych, Preisträger*innen des Margot-Friedländer-Preises 2016, zur Vorbereitung auf das Interview während der kommenden Preisverleihung bereit.

Der dritte Tag startete ebenfalls mit einer historischen Erinnerungslandschaft, dem jüdischen Museum, in welchem die drei Gruppen Workshops zum Thema „Jüdisches Leben“ und „Exil“ absolvierten.

Am Nachmittag erfolgte dann der Höhepunkt der Seminartage, die Preisverleihung des Margot-Friedländer-Preises 2018 im Max-Liebermann-Haus. Der musikalische Auftakt wurde von Marei Schibilsky, Fabian Sturm und Jae-Seung Lee vom  Julius-Stern-Institut geboten, gefolgt von den Grußworten von Kai Uwe Peter, Berliner Sparkasse, und Dr. Cornelius Grossman, Ernst&Young.

In diesem Jahr wurde die Laudatio von Dr. Wolfgang Schäuble gehalten, Präsident des deutschen Bundestages. Nach weiterem musikalischen Zwischenspiel folgte die Preisübergabe an die Preisträger*innen des Margot-Friedländer-Preises 2018 durch Margot Friedländer mit der Begründung der Jury von André Schmitz-Schwarzkopf, Vorstandsvorsitzender der Schwarzkopf-Stiftung.

Den ersten Platz erhielte die Joseph-Carlebach-Schule aus Hamburg mit dem Projekt „Nur gemeinsam geht „ERINNERN-BEGEGNEN-RESPEKTIEREN“. Schüler*innen der 11. Klasse entwickeln eine App, mit der die ehemalige Bornplatzsynagoge in Hamburg durchlaufen werden kann. Darüber hinaus werden Begegnungsprojekte mit nicht jüdische Schüler*innen  initiiert.

Den zweiten Platz konnte die Nibelungen-Realschule Braunschweig für sich gewinnen mit ihrem Projekt „Die Sinti in Braunschweig gestern, heute und morgen“. Die Gruppe wird in einem Interview- und Rechercheprojekt die Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Deportation der Braunschweiger Sinti begleiten.

„Nie wieder! Never Again!“ lautet das Journalismus-Projekt der Oberschule „An Der Mulde“ in Rochlitz, Sachsen. 10 Jugendliche aus Haupt- und Realschul-Klassen erarbeiten ein Themenheft  zum jüdischen Leben vor, während und nach dem Holocaust. Dabei spielen Musik, Essen und Festtage, zu denen mit Zeitzeugen gearbeitet wird, eine Rolle.

Die Schlussworte hielt Margot Friedländer persönlich an die jungen Preisträger*innen, richtete sich mit ihrem Dank an das menschliche Engagement der Schüler*innen und appelierte an sie auch weiterhin „etwas zu tun für die, die heute nicht mehr sprechen können“.

Nach einem musikalischen Abschluss der Cellist*innen von Julius-Stern-Institut wurde zum Empfang geladen u.a. mit Präsentationen eines ehemaligen Projektes des Margot-Friedländer-Preises und der ersten Möglichkeit die neue Ausstellung des Leo Baeck Instituts 1938 Projekt– Posts from the Past zu sehen.

Der letzte Seminartag der Preisträger*innen endete mit dem Ausflug zum Sinti und Roma Dokuzentrum Berlin. Dort sprachen die Schüler*innen im Rahmen eines Workshops über die Geschichte der Sinti und Roma während des Holocaust und nach dem Krieg.