Die Schönheit und Europa. Festvortrag von Prof. Dr. Christoph Markschies

Die Schönheit und Europa. Festvortrag von Prof. Dr. Christoph Markschies

Festvortrag anlässlich des 60. Geburtstages von André Schmitz-Schwarzkopf, Vorstandsvorsitzender der Schwarzkopf-Stiftung.

Europas Schönheit war für Zeus verlockend, er musste die phönizische Prinzessin einfach erobern. Von der Idee eines einigen Europas ging einstmals dieselbe unwiderstehliche Anziehungskraft aus.
Vor 60 Jahren wurden in Rom, der ewigen Stadt, dafür die Grundsteine der heute gültigen politischen Verfasstheit gelegt. Diese Verträge brachten Europa Jahrzehnte voller Frieden und Wohlstand. Der emotionale und kulturelle Aspekt kam dabei oft zu kurz. Schon Platon wusste allerdings um den konstitutiven Wert der Schönheit für die Idee Europas und seiner Einheit in Vielfalt.

Die Aufzeichnung des Abends finden Sie hier:

 

Ablauf:

Musik: „Völker-Ouvertüre in B“, Georg Philipp Telemann, vorgetragen von der Lautten Compagney

Begrüßung durch Dieter Kosslick, Vorstandsmitglied der Schwarzkopf-Stiftung (ab 00:10)

Musik: „Hat die Schönheit kein  Erbarmen“, Solo-Kantate, Carl Heinrich Graun, vorgetragen von Hanna Herfurtner & Lautten Compagney (ab 00:31)

Festvortrag: „Die Schönheit und Europa“ durch Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies (ab 00:38)

Dank durch André Schmitz-Schwarzkopf (ab 01:23)

Musik: Suite aus der Oper „L’Europa galante“, Carl Heinrich Graun, vorgetragen von Hanna Herfurtner & Lautten Compagney (ab 01:42)

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Prof. Dr. Christoph Markschies, geboren am 3. Oktober 1962 in Berlin, ist Professor für Kirchen- und Theologiegeschichte des antiken Christentums an der Humboldt-Universität. Von 2006-2010 war er Präsident der Universität, seit 2012 ist er Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. 2001 wurde er mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Er studierte evangelische Theologie, klassische Philologie und Philosophie in Marburg, Jerusalem, München und Tübingen, seine späteren wissenschaftlichen Stationen beinhalteten u.a. Jena, Heidelberg, Oxford und Princeton. Er ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der Fritz Thyssen Stiftung und Mitglied weiterer Beiräte sowie korrespondierendes Mitglied des DAI. Er hat Ehrendoktorate u.a. in Sibiu (2007), Oslo (2011) und Rom (2017) und ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen.

Musikalische Umrahmung
Die Sängerin Hanna Herfurtner und das renommierte Barockorchester Lautten Compagney Berlin haben eigens für diesen Abend ein Programm zusammengestellt, in dem das Vortragsthema „Europa und die Schönheit“ musikalisch lebendig wird. Georg Philipp Telemanns Ouvertüre „Les Nations“ erkundet die Vielfalt der europäischen Musikstile seiner Zeit und unternimmt dafür eine Reise von der Türkei bis nach Portugal. In der Musik des Hofkapellmeisters Carl Heinrich Graun – der Lieblingskomponist Friedrichs des Zweiten – wird die Stadt Berlin als ein Zentrum des europäischen Musiklebens lebendig. Als unbekannte Entdeckung aus dem Archiv der Sing-Akademie zu Berlin erklingt die bewegende Solokantate einer Selbstmörderin: „Hat die Schönheit kein Erbarmen, o so hat sie doch der Tod!“. Zum Finale erklingen koloraturenreiche Arien und Instrumentalmusiken aus Grauns Ballettoper „L’Europa galante“.
Besetzung: Hanna Herfurtner (Sopran), Birgit Schnurpfeil (Violine), Anne von Hoff (Violine), Ulrike Paetz (Viola), Ulrike Becker (Cello), Wolfgang Katschner (Laute), Gerd Amelung (Cembalo)

 

Bild: Raub der Europa, Rembrandt van Rijn, Digital image courtesy of the Getty’s Open Content Program.