Europäischer Bürgerdialog: Jugendliche fordern von französischer und deutscher Regierung rasche Stärkung der EU

16.05.2018, 18:00  Konferenzraum der Schwarzkopf-Stiftung

Europäischer Bürgerdialog: Jugendliche fordern von französischer und deutscher Regierung rasche Stärkung der EU

Jugendliche aus 15 EU-Nationen haben am 15.05. anlässlich des Europäischen Bürgerdialogs in Berlin ihr Manifest zur Zukunft der EU an die französische Ministerin für europäische Angelegenheiten, Nathalie Loiseau, und den deutschen Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, übergeben. Ihre Vision hatten die Jugendlichen  –  die aus den unterschiedlichsten Bildungs- und kulturellen Hintergründen stammen – in zwei Workshops im Frühjahr entwickelt. Ein Jahr vor den Wahlen zum Europäischen Parlament ermutigen sie mit dieser Agenda insbesondere die junge Generation, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und 2019 ihr Wahlrecht zu nutzen.

Die französische Ministerin für europäische Angelegenheiten Nathalie Loiseau begrüßte den Austausch mit den Jugendlichen: „In einer Zeit, in der die Mitgliedstaaten an der Neubegründung des europäischen Projekts arbeiten, ist es unerlässlich, die Verbindung zu den Bürgerinnen und Bürgern neu zu knüpfen. Sie haben viel zu oft den Eindruck, dass die Gestaltung Europas hinter verschlossenen Türen stattfindet. Im Rahmen dieser Bürgerdialoge können die Europäerinnen und Europäer ihre Prioritäten und Erwartungen an Europa zum Ausdruck bringen. Die überall in Europa stattfindenden Debatten und die gemeinsame Online-Konsultation lassen ferner einen bisher nie da gewesenen europäischen öffentlichen Raum entstehen: 450 Millionen Bürgerinnen und Bürger diskutieren gleichzeitig über dieselben Zukunftsthemen. Es hat mich sehr gefreut, nach Berlin zu kommen und an der Seite meines Amtskollegen Michael Roth mit jungen Leuten über Europa zu sprechen.“

Der deutsche Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt Michael Roth ergänzte: „Wir hatten heute eine engagierte Diskussion mit jungen Europäerinnen und Europäern, die mit viele Energie und Enthusiasmus ihre Ideen zur Zukunft Europas vertreten haben. Das Europäische Projekt lebt von diesem Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger. Als Politiker habe ich mich immer für einen echten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern eingesetzt, und ich glaube, wir haben in diesem Sinne einen gelungenen Bürgerdialog mit meiner französischen Amtskollegin, Nathalie Loiseau, erlebt.“

Von der Politik fordern die Jungen Europäer rasch Initiative zu ergreifen. Hierfür nennt ihr Manifest zur Zukunft Europas konkrete Handlungsempfehlungen. So fordern die Autoren die Einführung eines Zivildienstes für alle Bürger der Europäischen Union. Der Zivildienst im eigenen Heimatland oder im EU-Ausland solle jungen Menschen dabei helfen, ihre eigenen beruflichen Perspektiven zu stärken, indem sie Wissen, Fähigkeiten und Orientierung sowie Netzwerke für ihre Zukunft aufbauen. Zusätzlich plädieren die Verfasser für eine EU-Bürgerversammlung. Das Diskussionsforum könne die Vielfalt innerhalb der EU besser widerspiegeln als dies derzeit im Europäischen Parlament gegeben sei. Auch der bereits in der Öffentlichkeit diskutierte Vorschlag der Einführung transnationaler Listen für die Europawahl findet sich im Manifest wider. Zudem empfehlen die jungen Autoren die Einführung einer alljährlich stattfindenden Europäischen Woche. Neben EU-weiten Austauschprogrammen sowie gesellschaftlichen Diskussion- und Kulturveranstaltungen soll während dieser Woche vor allem in Schulen und Universitäten das Thema Europa im Mittelpunkt stehen. Um das gesellschaftliche Bewusstsein für Europa zu stärken, müssten hierbei auch EU-Kommissare, EU-Mitarbeiter und Parlamentarier den direkten Austausch mit Schülern, Studenten und Bürgern aktiv suchen.

Wir danken der REWE Group und dem Handelsblatt für die gute Zusammenarbeit in der Durchführung der vorbereitenden Workshops und dem finalen Bürgerdialog.

Quelle: Pressemitteilung der REWE Group-Unternehmenskommunikation

Das Manifest der Teilnehmer*innen zu ihren Visionen zur Stärkung Europas finden Sie hier.

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