Medien in der Kritik: Die europäische Berichterstattung im Wandel

Medien in der Kritik: Die europäische Berichterstattung im Wandel

„Wir sind besser als unser Ruf“, befand Thomas Bellut, und führte die Bemühungen der öffentlich-rechtlichen Sender um ein breites und informatives Programm an. Eine Herausforderung für das lineare Fernsehen sei natürlich die Digitalisierung – eine Bedrohung stelle sie jedoch nicht dar. Die Glaubwürdigkeit digitaler Nachrichten werde von den Konsumenten sehr viel geringer eingeschätzt, ein kurzes Format könne eine ausführliche und investigativ recherchierte Sendung auch gar nicht ersetzen. Auch wenn der Intendant des ZDF die Konkurrenz der privaten Sender im Nachrichtensegment vermisste: Gerade die gebührenfinanzierten Sender hätten die Möglichkeit und auch die Verantwortung, guten Journalismus zu betreiben. Dies sei in letzter Zeit nicht immer der Fall gewesen, merkte Bellut selbstkritisch an: „Bei Skandalen übertreiben wir.“ Auch deshalb sei das Vertrauen in die etablierten Medien zurückgegangen.

Das Gedicht Jan Böhmermanns über den türkischen Präsidenten Erdoğan „hätte ich nicht ausgestrahlt, wenn ichs vorher gesehen hätte.“ Bellut machte jedoch deutlich, am Format festhalten zu wollen: „Die seriöse Information ist das A und O, Satire ist der Sahneschlag obendrauf.“