Jury wählt Eugenia Lopata zur Jungen Europäerin des Jahres 2015

Eugenia Lopata, geboren 1994 in der Ukraine, studiert Business Studies und  Management Science an der Karl-Franzens Universität Graz sowie  Fremdsprachen und Kulturmanagement an der Jurij-Fedjkowytsch Nationalen Universität Czernowitz.

Eugenia engagierte sich schon in der Schulzeit politisch und sozial in ihrer Heimatstadt Czernowitzs. Früh entdeckte sie die Kraft der Kultur für eine Verständigung unter den Menschen. Mit ihrem Projekt „Nielsen in der Ukraine“ unterstützte sie den dänischen Schriftsteller Klaus Beck Nielsen bei seiner Buchtournee durch die Ukraine. Sein Buch trägt den Titel “Nielsen. Weltgeschichte des 21. Jahrhunderts. Gedichte, Fotos, Lieder und Geschichten vom Iran über Afghanistan, den Irak und Ägypten in die Ukraine” und erzählt über die Demokratie, Frieden und den Schmerz des Krieges.

2013 wurde Eugenia ehrenamtliche Kuratorin des Internationalen Lyrikfestivals Meridian Czernowitz und damit die jüngste Kulturmanagerin der Ukraine. Mit dem Projekt „Die Lyriktournee Meridian Czernowitz 2014 Österreich- Ukraine- Polen- Tschechien-Deutschland“ stellte sie einen Dialog zwischen gegenwärtigen ukrainischen Dichtern und ihren ausländischen Kollegen her. Im Rahmen des Festivals organisierte sie politische Diskussionen und Vorträge; sie brachte z. B. den Österreichische Botschafter und den Maidan-Kämpfer Herrn Zhadan zusammen, um mit den Bürgern über die aktuelle politische Situation der Ukraine zu diskutieren.

Eugenia moderierte diese Veranstaltungen und übersetzte für das deutschsprachige Publikum. Zu ihren größten persönlichen Erfolgen, zählen die von ihr durchgeführten Veranstaltungen mit bekannten europäischen Autoren nicht nur im Westen, sondern auch im konfliktreichen Osten der Ukraine.

Eugenia ist überzeugt, dass Kultur und Kunst sehr starke Instrumente sind, um die große Kluft zwischen Politkern und Bürgern zu überwinden. Mit ihren Projekten, in denen Autoren aus verschiedenen Ländern Europas Geschichten über Europa erzählen, hat sie den Ukrainern – die diesen Geschichten gern zuhören -, die europäischen Werte näher gebracht, als dies in vielen politischen Reden möglich ist. Sie hat den Auftritt von europäischen und ukrainischen Künstler und Dichter als Botschafter des Friedens ermöglicht und damit ihren eigenen Beitrag zur Europäisierung ihres Heimatlandes geleistet.

„Einige nehmen Waffen in die Hände und fahren nach Pervomajsk oder Lugansk um unser Land von Russland für immer zu schützen. Ich nehme Bücher in die Hände und diese Waffe, glauben Sie mir, ist nicht schwächer.“ (Zitat von Eugenia)

Die Schwarzkopf-Stiftung freut sich, mit Eugenia Lopata eine überzeugte Junge Europäerin auszuzeichnen, die Kultur für die europäische Völkerverständigung und Förderung des Friedenprozesses in der Ukraine einsetzt und möchte sie gern auf ihrem weiteren Weg unterstützen.

Mehr über die Preisträger und den Preis „Junger Europäer des Jahres“ erfahren Sie hier.