Kick for Europe: Austausch im Stadion

Was hat Fußball mit Europa zu tun? Ziemlich viel: Zwischen dem FC Liverpool und Beşiktaş Istanbul liegt in Frankfurt das Stadion des deutschen Pokalsiegers Eintracht Frankfurt. Und dort treffen sich eine Woche vor der WM in Russland gerade junge Fußballer*innen aus Wien und Frankfurt, um sich bei der Projektwoche „Kick for Europe“ kennenzulernen und über ihre Meinungen zu Europa auszutauschen.

Bei der Anreise wurden zwei der Wiener Jugendlichen an der deutsch-österreichischen Grenze für eine Kontrolle aus dem Zug geholt. Wie steht es also um das hohe EU-Gut der Reisefreiheit? Welche europäischen Grenzen sollen wie streng kontrolliert werden?

Warum darf man das EU-Parlament in Österreich schon mit 16 wählen, in Deutschland aber erst mit 18? Was macht eigentlich die Europäische Zentralbank, vor der sich einer der Jugendlichen immer mit Freund*innen zum Fußballspielen trifft?

Diese und viele weitere Fragen werden gemeinsam behandelt, auch mal mit ungewohnten Methoden. Die Europa Verstehen-Trainer*innen Janne und Milad führten mit den Jugendlichen zum Beispiel einen EU-Kompakt-Kurs durch, in dessen Rahmen das Ordentliche Gesetzgebungsverfahren der EU einfach mal als Angriff auf dem Fußballfeld veranschaulicht wurde: Der Trainer ist der Europäische Rat, er gibt die Taktik vor. Die Kommission muss den Ball in Spiel bringen und dann gibt es komplizierte Doppelpässe zwischen Minister*innen-Rat und Europäischem Parlament, die am Ende zum Erfolg führen sollen.

An Themen mangelt es also nicht in dieser Woche, und trotzdem findet sich natürlich Zeit zum Kicken, wir sind schließlich im Stadion. Genauer: Im „Lernort Stadion“, was auch der Name des Ausrichters der Projektwoche ist. In Kooperation mit dem Auswärtigen Amt, der TUI Stiftung, der Allianz Kulturstiftung und dem Österreichischen Fußballbund ist auch die Schwarzkopf-Stiftung Mitausrichterin.

Fotos: Lernort Stadion/Thorsten Wagner