Preisverleihung und Seminar

 

„Wir brauchen ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein, das den Wert der Demokratie stärkt!“

Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble würdigte am 6. März 2018 drei Schulprojekte aus Hamburg, Braunschweig und Rochlitz bei der Verleihung des bundesweiten Margot-Friedländer-Preises 2018 mit 150 Gästen im Berliner Max Liebermann Haus.

Auf Initiative der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa zusammen mit der Berliner Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer wurde am 6. März 2018 im Max Liebermann Haus Berlin der Margot-Friedländer-Preis 2018 an drei Schulprojekte übergeben. In seiner Laudatio sagte der Bundestagspräsident: „Der Margot-Friedländer-Preis leistet einen wichtigen Beitrag, auch die nachfolgenden Generationen sehend zu machen – für die Geschichte und ihre Folgen und damit auch für die Gegenwart mit ihren Herausforderungen. Deswegen erinnern wir uns doch! Um uns zu wappnen – gegen Ausgrenzung und Antisemitismus, gegen Populismus und jegliche Form von Rassismus.“

André Schmitz-Schwarzkopf, Vorstandsvorsitzender der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa: „Wir freuen uns, mit den drei Preisträger*innen junge Menschen gefunden zu haben, die Margot Friedländers Botschaft mit Herz und Haltung weitertragen und sich zusammen mit uns gegen Antisemitismus und für eine aktive Demokratie einsetzen.“

Die jungen Preisträger*innen aus ganz Deutschland erhielten den Preis aus der Hand von  Margot Friedländer, die in ihrer Abschlussrede die Bedeutung des Engagements würdigte: „Wofür ist dieser Preis? Er ist nicht für einen sportlichen Erfolg oder einen guten Aufsatz, den Ihr geschrieben habt. Er ist vielmehr eine Anerkennung für etwas unendlich Wichtiges, für Euer menschliches Engagement.“

Förderer des Margot-Friedlander-Preises sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms “Demokratie leben!“, Ernst & Young  und die Berliner Sparkasse.

Die Projekte sind zum Zeitpunkt der Preisverleihung noch nicht abgeschlossen. Für die Jugendlichen werden in den kommenden Monaten Pat*innen aus Kultur, Wissenschaft und Bildungsinitiativen für Beratung zu den Projekten zur Verfügung stehen.

Drei Schulen werden für ihre Projektideen mit dem Margot-Friedländer-Preis 2018 ausgezeichnet und in ihrer Umsetzung unterstützt:

„Nur gemeinsam geht ERINNERN – BEGEGNEN – RESPEKTIEREN“, Joseph-Carlebach-Schule Hamburg (1. Platz, 5.000 €). Schüler*innen der 11. Klasse wollen die Bornplatzsynagoge, die von den Nazis zerstört wurde, mit einer App wiederaufbauen und damit das ehemals größte jüdische Gotteshaus in Nordeuropa dreidimensional begehbar machen. Darüber hinaus werden Begegnungsprojekte initiiert.

„Die Sinti in Braunschweig gestern, heute und morgen“, Nibelungen-Realschule Braunschweig (2. Platz, 1.000 €). Die Gruppe wird in einem Interview- und Rechercheprojekt die Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Deportation der Braunschweiger Sinti nach begleiten. Das Ergebnis ihrer umfangreichen Recherchen übergeben die Jugendlichen dem Archiv der Gedenkstätte Schillstraße, die an ein KZ-Außenlager erinnert.

„Nie wieder! Never Again!“, Oberschule „An Der Mulde“ in Rochlitz, Sachsen (3. Platz, 600 €). Zehn Jugendliche aus Haupt- und Realschul-Klassen erarbeiten eine Zeitung zum jüdischen Leben. Dabei spielen Musik, Essen und Festtage, aber auch eine Befragung zu antisemitischen Einstellungen, eine Rolle. Sie wollen Schicksale von Verfolgten aufschreiben und Interesse wecken für jüdische Kultur in ihrer Umgebung heute.

Der Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble mahnte in seiner Rede, was Vorurteile und Hass für unsere Demokratie heute bedeuten: „Es ist beschämend, dass im vergangenen Jahr pro Tag durchschnittlich vier antisemitische Straftaten in Deutschland begangen wurden – vier pro Tag! Auch Moscheen sind Ziele von Übergriffen und Schändungen. Die Verrohung im Internet und in der Öffentlichkeit nimmt zu: Gewalt, Mobbing und Rassismus gibt es auf Schulhöfen, in Fußballstadien, im Alltag. Die Regeln des Anstands scheinen immer häufiger außer Kraft. Das ist nicht hinnehmbar. Ein hasserfülltes gesellschaftliches Klima, pauschale Vorurteile, negative Stereotype – das alles gefährdet die Demokratie.“

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