„Wir können nun an unsere jüdischen Nachbarn erinnern – damit sie nicht vergessen werden.“

„Das tollste war für uns, dass Frau Friedländer da war. Uns hat berührt, was sie gesagt hat.“, beschreiben die Schüler*innen der Martin-Buber-Schule aus Gießen Ihre Begegnung mit Margot Friedländer auf der Preisverleihung. Die Förderschule für geistige und motorische Entwicklung hat zum allerersten Mal einen Preis gewonnen und wurde mit zwei anderen Projekten aus Hessen und dem Saarland am 13. Mai 2019 im Max-Liebermann-Haus in Berlin ausgezeichnet.

Den ersten Preis erhielt das Projekt “Wege der Erinnerung in der Gemeinde Nohfelden” der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle, Saarland. Die Stolperstein-AG schafft einen außerschulischen Lernort zu Spuren jüdischen Lebens in den Orten Sötern, Gonnesweiler und Bosen durch die Erarbeitung und Aufstellung von Informationstafeln und von Wandertagskonzepten. „Ohne den Preis könnten wir unser Projekt nicht realisieren. Wir können nun an unsere jüdischen Nachbarn erinnern – damit sie nicht vergessen werden. Die Begegnung mit Margot Friedländer hat uns tief bewegt. Wir wollen ihre Botschaft weitergeben.“, sagten die Gewinner*innen.

Den zweiten Preis gewann die Martin-Buber-Schule Gießen, Hessen mit ihrem Projekt “Steine ins Rollen bringen“. Bei diesem Projekt ist die gesamte Schule aktiv, um gemeinsam ein Denkmal in Gießen zu gestalten als Zeugnis dafür, dass sich jeder auf seine individuelle Weise mit dem Holocaust und der Erinnerung an die Opfer auseinandergesetzt hat. „Das tollste war für uns, dass Frau Friedländer da war. Uns hat berührt, was sie gesagt hat.“

Mit Ihrem Ausstellungsprojekt „‘Vertreibungen ins Exil‘ – Hintergründe zur ersten Ausbürgerungsliste der Nationalsozialisten vom August 1933“ erlangte die Heinrich-Böll-Schule in Hattersheim aus Hessen den dritten Preis. Die Gruppe hat eine Ausstellung erstellt, möchte diese nun auch an anderen Orten präsentieren und plant ein Booklet herauszubringen. „Wir waren sehr vom Umfang und dem Ort der Veranstaltung beeindruckt, vor allem aber von der liebevollen Art von Margot Friedländer, ihrer Energie und ihrem Engagement.“

Margot Friedländer ihrerseits freute sich sehr über das Engagement der Jugendlichen: „Wofür ist dieser Preis? Er ist nicht für einen sportlichen Erfolg oder einen guten Aufsatz, den Ihr geschrieben habt. Er ist vielmehr eine Anerkennung für etwas unendlich Wichtiges, für Euer menschliches Engagement.“

Stefan Zierke, parlamentarischer Staatssekretär hielt die Laudatio und vertrat Bundesministerin Franziska Giffey. „Wenn ich mich heute umsehe, bin ich mir sicher: Wir sind auf einem guten Weg. Der Margot-Friedländer-Preis zeigt, wie viele tolle, kreative Ideen Ihr habt, um unsere Demokratie zu stärken. Ihr macht deutlich: Es waren Menschen, denen unglaubliches Leid und Unrecht angetan wurde. Von ihren Mitmenschen, ihren Nachbarn, manchmal sogar von ehemaligen Freunden. Ihr zeigt, wie wichtig es ist, menschlich zu bleiben.“

Erstmals wird der Margot-Friedländer-Preis in diesem Jahr von einer Jungen Jury beraten, die ihre Empfehlung für die preiswürdigsten und besonders jugendgerechten Projekte 2019 an Margot Friedländer und die Mitglieder der von ihr berufenen Jury übergibt. Simeon-Joel Brunner, Mitglied der Jungen Jury: „Ich möchte Ihnen von ganzem Herzen danken, dass Sie jungen Menschen die Chance geben, einen Einblick in die Juryarbeit zu erlangen und darüber hinaus sich mit den Themen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung zu beschäftigen.“

Förderer des Margot-Friedländer-Preises sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms “Demokratie leben!“, EY (früher Ernst & Young) und die Berliner Sparkasse.

Kai Uwe Peter, Berliner Sparkasse: „Wir sind die letzte Generation, die den Überlebenden des Holocaust noch persönlich begegnen kann. Daraus erwächst für uns eine besondere Verpflichtung, die Erinnerung weiterzutragen — und das mit derselben Leidenschaft und Lebensfreude, mit der die wunderbare Margot Friedländer jeden Tag auf junge Menschen zugeht.“

Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY Deutschland: „Es sind junge Menschen, die künftig unsere Gesellschaft und das Miteinander prägen werden. Von ihnen hängt es ab, ob wir unsere tolerante und demokratische Gesellschaft erhalten können. Darum setzt der Margot-Friedländer-Preis ein wertvolles Zeichen: Er gibt Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, sich intensiv mit Antisemitismus und Rechtsextremismus auseinanderzusetzen und auf diese Weise wachsam zu werden gegenüber jeglicher Form des Rassismus und der Ausgrenzung.“

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