Preisträger*innen 2018

Ausgezeichnet wurden mit dem Margot-Friedländer-Preis 2018 drei Schulprojekte. Die Projekte wurden zwischen Januar und Juli 2018 umgesetzt.

„Nur gemeinsam geht ERINNERN – BEGEGNEN – RESPEKTIEREN“, Joseph-Carlebach-Schule Hamburg (1. Platz, 5.000 €). Schüler*innen der 11. Klasse haben die Bornplatzsynagoge, das ehemals größte jüdische Gotteshaus in Nordeuropa, welches von den Nazis zerstört wurde, mit einer App begehbar gemacht. Darüber hinaus wurden Begegnungsprojekte und Führungen vor Ort initiiert. Einen Einblick zum Begegnungs-Projekt in Hamburg gibt der Film dazu vom Projekt © Geschichtomat, Institut für die Geschichte der deutschen Juden.

„Die Sinti in Braunschweig gestern, heute und morgen“, Nibelungen-Realschule Braunschweig (2. Platz, 1.000 €). Die Gruppe hat in einem Interview- und Rechercheprojekt die Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Deportation der Braunschweiger Sinti begleitet. Das Ergebnis ihrer umfangreichen Recherchen haben die Jugendlichen dem Offenen Archiv der Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße übergeben.

„Nie wieder! Never Again!“, Oberschule „An Der Mulde“ in Rochlitz, Sachsen (3. Platz, 600 €). Zehn Jugendliche aus Haupt- und Realschul-Klassen haben eine Zeitung zum jüdischen Leben erarbeitet. Dabei geht es um Musik, Essen und Festtage, aber auch eine Befragung zu antisemitischen Einstellungen und ein Interview mit einer Überlebenden.

Preisträger*innen 2017

Anwesenheit von Margot Friedländer wurde der erste Preis in Höhe von 5.000 Euro an das Projekt „Moving Sculptures“ von Schüler*innen der Carl-Bosch-Oberschule Berlin verliehen, die in diesem Jahr zu den „Euthanasie“-Morden am heutigen Gedenkort ‚ Geschichtslabor‘ am Eichborndamm 238 eine Performance und Installation erarbeiten. Der zweite Preis in Höhe von 1.700 Euro ging an das Projekt „Sog nit kejnmol“, in dem Schüler*innen des Gottfried-Keller-Gymnasiums in Berlin die Biografien ehemaliger jüdischer Nachbar*innen der Schule recherchieren und ab 2017 eine jährliche Gedenkveranstaltung am 9. November an Gleis 17 initiieren möchten.

2017: In Anwesenheit von Margot Friedländer wurde der erste Preis in Höhe von 5.000 Euro an das Projekt „Moving Sculptures“ von Schüler*innen der Carl-Bosch-Oberschule Berlin verliehen, die in diesem Jahr zu den „Euthanasie“-Morden am heutigen Gedenkort „Geschichtslabor“ eine Performance und Installation erarbeiten werden.

2017: Der zweite Preis in Höhe von 1.700 Euro ging an das Projekt „Sog nit kejnmol“, in dem Schüler*innen des Gottfried-Keller-Gymnasiums in Berlin die Biografien ehemaliger jüdischer Nachbar*innen der Schule recherchieren und ab 2017 eine jährliche Gedenkveranstaltung am 9. November an Gleis 17 initiieren möchten.

Preisträger*innen 2016

 

Bei der Preisverleihung des Margot-Friedländer-Preises am 9. Februar 2016 wurden zwei Projekte ausgezeichnet und mit insgesamt 5.000 Euro in ihrer Umsetzung unterstützt: Das Hip-Hop-Projekt „Human Family“ wird von Schüler*innen mit und ohne Fluchthintergrund des Georg-Büchner-Gymnasiums umgesetzt. Das Projekt „Archiv-AG“ von Schüler*innen des Hermann-Ehlers-Gymnasium wird die Geschichten jüdischer Klassenkameraden währende des Nationalsozialismus bearbeiten. Einen Anerkennungspreis von 1.000 Euro erhält das Projekt der Löcknitz-Grundschule „Denk-mal an jüdische Bürger“ in Schöneberg.

Preisträger*innen 2015

Mit dem ErinnerungsKulturProjekt app2future und der Entwicklung der App toleranCUBE wollten die Schüler*innen der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit und Homophobie setzen. Am Beispiel von (Zeit-)Zeug*innen thematisiert die App toleranCUBE vergangene und gegenwärtige Akte von Ausgrenzung und Diskriminierung, Intoleranz und Hass, Gewalt und Vernichtung. toleranCUBE gibt diesen Zeugen unmenschlichen Handelns und menschenverachtender Erniedrigung eine Stimme und ein Gesicht. Einer der CUBES nimmt die Lebensgeschichte Margot Friedlanders ins Zentrum. Die besondere Leistung der App toleranCUBE ist daher vor allem, den Blick in die Zukunft zu richten und Menschen aller Altersgruppen zu zivilgesellschaftlichem Engagement zu ermutigen und den Dialog zu fördern. Hier gelangen Sie zur Veranstaltungsseite der Preisverleihung des Margot-Friedländer-Preises am 26. Januar 2015.

Einige Beispiele aus der App, in der verschiedene Menschen von ihren Erfahrungen mit Diskriminierung und Rassismus berichten und ihre Wünsche für eine Welt ohne Ausgrenzung äußern, könnt ihr euch gleich hier anhören.

Christian Deker

Christian Deker wird 1982 in Stuttgart geboren. Nach seinem Abitur und dem Zivildienst studiert Deker am Leibniz-Kolleg in Tübingen und anschließend Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg. Danach ist er zunächst als freier Journalist tätig und beginnt 2012 seine Arbeit beim NDR. Seit 2014 recherchiert er für das Ressort Investigation innerhalb des NDR.

Max Mannheimer

Max Mannheimer wird 1920 in Neutitschein im heutigen Tschechien geboren. Am 27. Januar 1942 wird er gemeinsam mit seiner Frau Eva, seinen Eltern und drei   Geschwistern in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und wenig später mit einem Transport nach Auschwitz-Birkenau weitergeleitet. Eltern, Frau und Schwester werden unmittelbar nach der Ankunft von der SS als arbeitsunfähig aussortiert und vergast. Max Mannheimer und sein Bruder Edgar werden im Oktober 1943 in das Ghetto Warschau transportiert, wo sie helfen sollen, die Reste des nach dem Aufstand zerstörten Ghettos zu beseitigen. 1944 werden die Brüder in das Konzentrationslager Dachau transportiert. Abgemagert und an Typhus erkrankt, erleben Max und Edgar Mannheimer die Befreiung durch die Amerikaner am 30. April 1945. Max Mannheimer setzt sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus ein und besucht Schulen, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Max Mannheimer wird mehrfach geehrt und ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz. Er ist Träger der Ehrendoktorwürde der Ludwig-Maximilians-Universität München. Max Mannheimer starb am 23. Semptember 2016 im Alter von 96 Jahren.

Margot Friedländer

Margot Friedländer wird 1921 in Berlin geboren. Sie überlebte Verfolgung und Krieg im Untergrund in Berlin und nach ihrer Verhaftung im Konzentrationslager Theresienstadt. Ihre Mutter und ihr vier Jahre jüngerer Bruder Ralph werden in Auschwitz ermordet. Ihre Mutter hinterlässt ihr, neben einer Handtasche mit ihrem Adressbuch und einer Bernsteinkette, nur folgende Botschaft – mündlich von Freuden übermittelt: „Ich habe mich entschlossen, mit Ralph zu gehen, wohin immer das auch sein mag. Versuche, dein Leben zu machen.“

Margot Friedländer entschließt sich zu verstecken. Im Frühjahr 1944 wird sie von Juden, die im Auftrag der SS andere Juden aufspüren und ausliefern – sogenannten Greifern – gefasst. Nach ihrer Verhaftung wird sie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Nach ihrer Befreiung entschließt sie sich in die USA auszuwandern.

Ab 2003 ist Margot Friedländer regelmäßig in Berlin und lebt seit 2010 wieder in ihrer Geburtsstadt. 2008 erscheint ihre Autobiographie Versuche, dein Leben zu machen im Rowohlt Verlag. Sie erhält die deutsche Staatsbürgerschaft zurück und wird 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Seither besucht Margot Friedländer Schulen und andere Einrichtungen in ganz Deutschland, um über Ihre Erfahrungen zu berichten. Die Filmdokumentation über das Leben von Margot Friedländer mit dem Titel „Don`t call it Heimweh“ eröffnete das 11. Jewish Film Festival Berlin und Potsdam 2005.

Preisträger*innen und Projekte

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