Neue Allianz „We are Europe“

Die Schwarzkopf-Stiftung ist Teil von „We are Europe“ geworden, einer überparteilichen, paneuropäischen Bewegung, die von den zwei Aktivistinnen Laura Wessbecher und Lina Abraham gegründet wurde. Ihr Ziel ist es, eine breite, inklusive Plattform zu schaffen, die pro-europäische Kräfte über Parteigrenzen, Generationen und Länder hinweg vereint. Unsere Geschäftsführerin, Dr. Seyran Bostancı, sprach Anfang dieses Jahres bei einer Kundgebung in Berlin und setzte sich öffentlich für ein starkes, demokratisches und geeintes Europa ein.

Demonstration in Berlin, Februar 2026

Angesichts des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, des Aufstiegs anti-europäischer Kräfte innerhalb der EU sowie wachsender geopolitischer Spannungen haben die jungen Initiatorinnen Laura Wessbecher und Lina Abraham die überparteiliche Bewegung „We Are Europe“ ins Leben gerufen. Ende Februar und März fanden Demonstrationen und Aktionen unter anderem in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Ansbach, Barcelona, Madrid, Turin, Rom, Mailand, Brüssel, Budapest, Warschau und Wien statt.

Anlässlich des diesjährigen Europatags am 9. Mai war die Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa dieses Jahr gemeinsam mit der Initiative „We are Europe“ beim Europa-Fest und der Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin vertreten. Mit einem Infostand kam die Stiftung mit Besucherinnen und Besuchern über europäische Zusammenarbeit, Demokratiebildung und junges Engagement ins Gespräch. Auch Geschäftsführerin Dr. Seyran Bostancı nahm an der Veranstaltung teil und setzte gemeinsam mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren ein sichtbares Zeichen für ein offenes, solidarisches und demokratisches Europa.

Dr. Seyran Bostancı während ihrer Rede im Februar 2026

Rede von Dr. Seyran Bostancı im Februar 2026

In ihrer Rede bei einer Kundgebung der Initiative Anfang des Jahres betonte Dr. Seyran Bostancı, dass sich immer deutlicher zeige, wie wichtig das Handeln der Gesellschaft für die Zukunft Europas sei. Sie erinnerte das Publikum daran, dass Europa kein Zufallsprodukt sei, sondern ein Gegenentwurf zur Machtkonzentration des Nationalsozialismus und zu der Vorstellung, dass Gleichheit aus Einheitlichkeit entstammt. Genau deswegen stehe Europa für Vielfalt.

Bostancı erläuterte anschließend, wie Vielfalt auch die tägliche Arbeit der Stiftung prägt: Das European Youth Parliament bringt junge Menschen aus ganz Europa zusammen, um gemeinsam politische Lösungen zu erarbeiten. Bildungsprogramme wie Understanding Europe stärken die politische Bildung an Schulen, während Reisen nach Brüssel es Handwerker*innen ermöglichen, Europa hautnah zu erleben. Formate wie die Junge Sicherheitskonferenz zeigen zudem das große Interesse junger Menschen an Außen- und Sicherheitspolitik.

Im Mittelpunkt ihrer Rede stand die Überzeugung, dass junge Menschen nicht nur tatenlos zusehen wollen. Sie wollen die Zukunft mitgestalten. Ihr Engagement ist da; was sie brauchen, sind Räume, in denen sie Verantwortung übernehmen und sich einbringen können.

Laura Wessbecher and Lina Abraham (Initiatorinnen von „We are Europe“)

Was ist „We are Europe“?

Man kann We Are Europe als „Fridays for Future, aber für Europa“ oder als „Fridays for Future, aber samstags für Europa“ verstehen. Wir organisieren regelmäßig Proteste zum Ende jedes Monats, mit dem Ziel, kontinuierlich in ganz Europa zu wachsen.

Im Kern geht es der Bewegung um drei Dinge:

Erstens: Mobilisierung. Wir bringen Menschen auf die Straße und streben eine breite Beteiligung an – insbesondere von der Generation Z, bei gleichzeitiger aktiver Einbindung älterer Generationen. Unser Ziel ist es, ein Gefühl von Gemeinschaft neu aufzubauen und zu zeigen, dass pro-europäische Stimmen nicht allein sind.

Zweitens: Veränderung von Narrativen. Wir wollen die Sichtbarkeit pro-europäischer Positionen erhöhen – online wie offline. Dazu gehört auch, digitale Räume aktiv zurückzuerobern und der Dominanz rechter Narrative entgegenzuwirken. Europa soll wieder als das wahrgenommen werden, was es ist: das Fundament von Demokratie, Klimaschutz, freiem Handel, Grundrechten und sozialer Gerechtigkeit.

Drittens: Politische Wirkung. Wir wollen Druck von unten erzeugen, damit alle demokratischen Parteien Europa stärker in den Mittelpunkt ihrer politischen Agenda rücken. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke. Wir sind bewusst überparteilich und inklusiv – vereint durch die Überzeugung, dass Europa nicht verhandelbar ist.

Auf einer tieferen Ebene reagiert die Bewegung auf einen generationellen Moment. Viele junge Menschen fühlen sich heute von Krisen geprägt – von der Pandemie über Krieg und Klimawandel bis hin zum Erstarken autoritärer Politik. We Are Europe will Frustration in kollektives Handeln verwandeln und ein Gefühl von Hoffnung und Zugehörigkeit schaffen.

Derzeit expandieren wir europaweit mit dem Anspruch, in jeder größeren EU-Stadt und darüber hinaus präsent zu sein – auch im Vereinigten Königreich, auf dem Westbalkan und in weiteren europäischen Ländern.

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