55 Jahre Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa
Am 2. April 2026 feiert die Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa ihr 55-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung hat sich vieles gewandelt – in Europa, in der Gesellschaft und in der Stiftung selbst. Doch Europa ist und bleibt für uns ein gemeinsames Projekt, das von jungen, vielfältigen Stimmen lebt. Genau darauf baut unsere Arbeit seit Beginn auf: Seit über fünf Jahrzehnten stärken wir junge Perspektiven für ein offenes, demokratisches und pluralistisches Europa.
Seit ihrer Gründung durch Pauline Schwarzkopf im Jahr 1971 in Hamburg hat sich die Stiftung kontinuierlich weiterentwickelt: Sie hat neue Programmbereiche dazugewonnen und aufgebaut, ihren Standort gewechselt, die Stiftungsgeschichte kritisch beleuchtet, den Stiftungszweck geschärft und ihren Wirkungsbereich weit über Deutschland hinaus ausgedehnt.
Heute, mehr als fünf Jahrzehnte später, sind wir eine Stiftung, die europaweit im Rahmen thematisch und methodisch vielfältiger Programmbereiche Bildungs-, Dialog- und Beteiligungsprojekte für junge Menschen umsetzt. Gemeinsam mit unseren Jugendnetzwerken und all den engagierten jungen Teilnehmenden blicken wir auf über 55 Jahre Junges Europa – und auf alles, was noch kommt.
1971: Am 2. April wird in Hamburg die Heinz-Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa von Pauline Schwarzkopf gegründet. In Erinnerung an ihren Mann und die Schrecken des Krieges gab sie der Stiftung die Aufgabe, den europäischen Einigungs- und Friedensgedanken unter jungen Menschen zu fördern.
1970er: Bis in die 1980er-Jahre nahm Pauline Schwarzkopf an nahezu allen politischen Seminaren der Stiftung teil und begleitete fast jede Studienreise zu den europäischen Institutionen in Brüssel, Straßburg und Luxemburg. Als erste überparteiliche Organisation fuhr die Stiftung Ende der siebziger Jahre trotz des Eisernen Vorhangs mit Jugendlichen zu europapolitischen Begegnungen nach Polen und in die DDR.
1997: Der Preis Young European of the Year wird erstmals vergeben und fördert seither junges Engagement für ein friedliches Europa. Zu den Preisträger*innen der letzten Jahre gehören Magdolna Kremmer aus Ungarn, Munira Mohamud aus Österreich und Mikuláš Lakatoš aus der Slowakei.
2000: Die Stiftung zieht um nach Berlin und hat ihren Sitz ab diesem Zeitpunkt in der Sophienstraße in Berlin-Mitte. Zuvor war sie im Internationalen Institut für Politik und Wirtschaft „Haus Rissen“ in Hamburg untergebracht und zog 1991 zur Europa-Union Hamburg um.
2003: Der Schwarzkopf-Europa-Preis wird ins Leben gerufen und ermöglicht jungen Europäer*innen, eigene Vorbilder und Zukunftsgestalter*innen eines friedlichen und pluralistischen Europas auszuzeichnen. Zu den jüngsten Preisträger*innen gehören die französische Journalistin Rokhaya Diallo, die belarussische Politikerin Sviatlana Tsikhanouskaya und der ukrainische Künstler Serhij Zhadan.
2004: Das European Youth Parliament (EYP), eine der größten Jugendorganisationen Europas, wird Teil der Stiftungsarbeit. Seitdem hat das EYP sein Netzwerk auf 40 europäische Länder ausgeweitet und erreicht jährlich rund 25.000 junge Menschen.
2008: Ein anlässlich des 100. Geburtstages der Stifterin in Auftrag gegebenes historisches Gutachten über das Leben und Wirken von Heinz Schwarzkopf offenbart seine NS-Vergangenheit als Mitglied der SA und der SS. Die Erkenntnisse führen zur Umbenennung in Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa. Die Arbeit der Stiftung wird seither der Gründerin Pauline Schwarzkopf gewidmet. In Verantwortung gegenüber der Geschichte und der Gegenwart wird die Satzung der Stiftung explizit um das Ziel der Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus erweitert.
Große Aufgaben liegen vor Europa, aber auch vor der Stiftung. Lassen Sie uns gemeinsam versuchen, verantwortungsvoll und mit Freude an dem jungen Europa von morgen zu bauen.
2014: Der Margot-Friedländer-Preis wird ins Leben gerufen, der Schüler*innen darin unterstützt, an den Holocaust zu erinnern und sich gegen aktuelle Formen von Rassismus und Antisemitismus zu engagieren. Der letzte gemeinsame Preis wird 2023 verliehen. Im Jahr 2025 verstirbt Margot Friedländer im Alter von 103 Jahren, ein Nachruf von André Schmitz-Schwarzkopf ist hier zu lesen.
2013-14: Der EU-Kompaktkurs “Europa verstehen” erreicht Schüler*innen erstmals überregional und bringt seine Themen seither unter dem Projektnamen Understanding Europe in die Klassenzimmer vieler Länder Europas. Seitdem hat unser Bildungsnetzwerk weitere Kurse zu Medien, sozialer und Klimagerechtigkeit und Jugendpartizipation entwickelt und ist derzeit in 11 Ländern aktiv.
2019: Das Dialogforum Junge Islam Konferenz (JIK) wird Teil der Stiftung. Das Projekt erweitert die Stiftungsarbeit um eine Plattform, in der sich die postmigrantische Generation konstruktiv zu Themen der Migrationsgesellschaft auszutauschen kann.
2020: Die Bildungsprogramme Young Ambassadors against Antisemitism und Postmigrant Europe werden ins Leben gerufen und die Stiftung wird Teil des Kompetenznetzwerks „Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft“.
2024: Im Rahmen des neuen Projekts „Europa erleben“ können angehende Meister*innen jährlich an einer zweitägigen Bildungsreise nach Brüssel teilnehmen. Dort erleben sie europäische Insitutionen und politische Themen hautnah und knüpfen persönliche Kontakte in die europäische Hauptstadt und miteinander.
2024: Der Programmbereich Young Postmigrant Alliances wird ins Leben gerufen, er umfasst die Junge Islam Konferenz und weitere Projekte. Der Ansatz und die bisherige Arbeit der Jungen Islam Konferenz unter dem Motto „Haltung statt Herkunft“ werden erweitert und fördern nun Bündnisse in vielfältigerer Form – so zum Beispiel die Akademie für Muslimisch-Jüdische Allianzen und Erinnerungskultur.
2024: Das European Youth Parliament (EYP) feiert seine 100. Internationale Sitzung seit 1988 – eine Reise durch Europa, die 29 Länder und 73 verschiedene Städte umfasst. Für diese Sitzung versammelten sich rund 250 junge Menschen in Thessaloniki, Griechenland, um die Geschichte des EYP zu feiern, politische Vorschläge zu erarbeiten, sich mit Expert*innen auszutauschen und durch soziale und kulturelle Aktivitäten Kontakte zu knüpfen.
2025: Die Junge Sicherheitskonferenz Europas findet zum ersten Mal statt und versammelt mehr als 200 junge Menschen aus ganz Europa in Berlin. In einer Zeit, in der internationale Konflikte und sicherheitspolitische Themen an Bedeutung gewinnen, vermittelt die Konferenz den Teilnehmenden Wissen und Kompetenzen in verschiedenen sicherheitspolitischen Themenfeldern, bietet ihnen eine Plattform zum Austausch und stärkt ihre Stimme in aktuellen Diskursen.
2025: Der Inge-Deutschkron-Preis wird ins Leben gerufen, um an Inge Deutschkron – Ehrenbürgerin Berlins, Autorin und Holocaust-Überlebende – zu erinnern. Der Preis zeichnet Projekte junger Menschen in Berlin aus, die sich gegen antisemitische Narrative einsetzen, die Erinnerung an den Holocaust stärken und dem Aufleben rechtsradikaler Tendenzen entgegenwirken – und damit an das Lebenswerk von Inge Deutschkron anknüpfen.
2025: Gemeinsam mit vier weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen gründet die Stiftung Zukunft D: eine neue Initiative zur Stärkung der Demokratie in einer digitalisierten und vernetzten Gesellschaft. Das Projekt steht für demokratische Teilhabe und Bildung, einfachen und gleichberechtigten Zugang zu Informationen, Datensicherheit, öffentliche Infrastruktur, transparente Entscheidungsfindung und einen offenen Zugang zu Daten.
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Pauline und Heinz Schwarzkopf in den 1950iger- oder 1960iger-Jahren
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Martin Hutsebaut (Europäischer Gewerkschaftsbund) und Pauline Schwarzkopf
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Studienreisen nach „Europa“ 1978 beim NATO Hauptquartier
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International Session des EYP in Barcelona, 1991
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Klaus Kinkel (Bundesaußenminister a.D.), Pauline Schwarzkopf and David Stulik (Young European of the Year 1997)
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Andre Schmitz-Schwarzkopf and Ilka Keuper vor dem neuen Büro in Berlin 2000
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Erste Seminare in Berlin, 2001
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Philipp Scharff (erster Geschäftsführer des EYP) und Andre Schmitz-Schwarzkopf bei der International Session in Stavanger, Norwegen, 2005
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Margot Friedländer und Preisträger*innen des Margot Friedländer Preises 2015
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Regionales Treffen der Jungen Islam Konferenz, 2019
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Die Junge Islam Konferenz feiert 2021 ihr 10-jähriges Jubiläum in Berlin
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Postmigrantische Europareise 2021
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Young Ambassadors Against Anti-Semitism 2022
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Erste Reise von „Europa Erleben“ nach Brüssel, 2024
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Das „Connecting Minds“-Festival des neues Programmbereichs Young Postmigrant Alliances, 2024
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100. International Session des EYP in Thessaloniki, Griechenland, 2024
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Erste Junge Sicherheitskonferenz Europas in Berlin, 2025
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Preisträger*innen des Inge Deutschkron Preises 2025
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Erster Digital Democracy Day 2025 von Zukunft D